Besuch des Münchner Klärwerks Gut Großlappen am 12. Mai 2011

Statt der erwarteten 29 Teilnehmer wie beim Münchner „Untergrund“ sind wir
lediglich 8 Interessenten (s. Bild), die um 10 Uhr von Herrn Käser, unserem
Besichtigungsführer, vor dem Klärwerk empfangen werden. Zur Einstimmung
sehen wir den Film „Willi will ́s wissen“, in dem wir auch Herrn Tax, leitender
Mitarbeiter der Münchner Stadtentwässerungswerke, wiedererkennen. Er zeigte
und erklärte uns am 26. März 2009 den o.g. Münchner „Untergrund“.
Wir erfahren bereits Bekanntes über das Münchner Kanalsystem und Neues über
das Münchner Klärwerk.
Anschließend führt uns Herr Käser zunächst zum Rechenhaus, wo das Abwasser
durch Siebrandrechen mit einem Lochdurchmesser von 6 Millimetern grob
gereinigt wird. Er zeigt uns die belüfteten Sandfänge, wo sich der Sand ablagert
und in Abscheidekammern Fette und Öle entfernt werden. Anschließend fließt
das Abwasser in Vorklärbecken. Nach Durchlauf über Abwasserpumpwerke,
Belebungsbecken, Nachklärbecken, Sandfilter, Stickstoffentfernung und
Denitrifikationskombinationsbecken (Abbau von Nitraten) wird aus Abwasser
gereinigtes, sauberes Wasser, das
insbesondere durch den Einbau von Abwasserdesinfektionsanlagen zu 99
Prozent gereinigt als „sauberes“ Wasser über den Speichersee in den Mittleren
Isarkanal und im Osten von Moosburg in die Isar geleitet wird. Es hat jetzt die
Gewässergüteklasse II, d.h. es handelt sich um ein Fließgewässer mit guter
Sauerstoffversorgung und großer Artenvielfalt an Mikroorganismen, Fischen,
Kleintieren und Insektenlarven.
Den wenigsten ist bekannt, dass München stolz sein kann auf sein international
vorbildliches Abwasser-Entsorgungskonzept.
Dazu gehören das 2.400 km lange Kanalnetz sowie das sehr eindrucksvolle
Münchner Klärwerk Gut Großlappen, das seit 1926 in Betrieb ist und den
wachsenden Anforderungen immer wieder angepasst wird. Es teilt sich mit
dem zweiten Münchner Klärwerk, Gut Marienhof, die Aufgabe der
Abwasserreinigung von insgesamt 1,5 Millionen Einwohnern, den Gewerbe-
und Industriebetrieben der Stadt München und den angeschlossenen 22
Umlandgemeinden.
Das Klärwerk besitzt auch eine Energiezentrale, in der das erzeugte Klärgas in
Gasmotoren verbrannt wird. Ausreichend Generatoren stehen zur Verfügung,
die jeweils maximale 1,6 Megawatt elektrische Leistung haben. Der produzierte
Strom wird vollständig im Betrieb verwendet und deckt fast den gesamten
Energiebedarf des Klärwerkes.
Hoch lebe Max von Pettenkofer, Altmeister der Hygiene und der Kanalisierung
unserer Landeshauptstadt München, auf dessen Anraten hin, die Stadt
München schon 1855 in Großlappen ein großes Grundstück gekauft hatte,
um dort später eine Kläranlage zu bauen.
Günter

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